ich ziehe jetzt mal die durchaus positiv verstandene Kritik von Bernd in einen neuen Thread, um Frajoschas ursprünglichen Beitrag nach den Häusergrenzen nicht in eine völlig andere Richtung zu bringen.
Prinzipiell tue ich mich allerdings schwer, einen Begriff wie "Verfälslchung" zu akzeptieren. Als legitim würde ich ihn nur betrachten, wenn etwas als Renaisance- oder Klassische Astrologie aufträte, was es nicht ist. Wenn demgegenüber das Konzept der Psychologischen Anstrologie die Möglichkeit behauptet, es gäbe als problematisch diskutierte Konstellationen, die nur in ihrer unerlösten Form problematisch sind, so finde ich es für mich schlüssig und sinnvoll.
Historisch betrachtet gibt es durchaus ganz massive „Änderungen“ - hier mal zwei Beispiele:
- Parallele Betrachtung von Haus und Zeichen: 1. Haus = Widder, 2. Haus ist Stier, … Gab es so meines Wissens in der traditionellen Astrologie nicht. Damit wurden auch die alten Häuserbedeutungen teilweise über den Haufen geworfen. Wenn man sich ansieht, welche Planeten und Häuser für Mutter und Vater genommen werden, dann differiert das heute je nach astrologischer Schule - ohne Beleg, ohne Erforschung. Die Deutung wird eine völlig andere.
- Veränderung von Häuserbedeutungen: Früher war H12 nur schlecht - heute schreibt man ihm u. a. spirituelle Fähigkeiten zu. Es kann aber nur ein Haus geben, in dem Religion, Spiritualität und „höheres Wissen“ stehen - und das ist das 9. Haus - sowohl in der traditionellen als auch in den modernen Spielarten. Zwei Häuser können nicht für ein Thema zuständig sein, das macht keinen Sinn.
Ich denke, jeder kann sich für Komponenten aus astrologischen Richtungen entscheiden, die einem einleuchten und die in der Beobachtung von schicksalhaften Vorgängen Bestätigung finden. Mich überzeugt jedenfalls der Grundgedanke in der Psycholoogischen Astrologie, dass sich Problematiken wie Stromschnellen in einem Gewässer berücksichtigen lassen. Man kann mit seiner Art zu denken und zu handeln in vielen fällen mindestens manches abmildern. Dazu lassen sich dann auch astroloogisch begründete Einsichten hinzuziehen.
Das ist genau das Problem: die Psychologie bietet in den seltensten Fällen Lösungen, sondern irgendwelche Krücken, um durchs Leben zu humpeln. Warum sollte ich Psychologie heranziehen, wenn ich doch astrologische Einsichten haben kann?
Möglicherweise habe ich auf der von dir verlinkten Seite, vergnügt, einen Beitrag insofern falsch verstanden, Schicksal sei als solches quasi hinzunehmen. Wenn es das Schicksal wolle, dass jemand durch einen Unfall in den Rollstuhl kommt, sei dies gleichsam eine höhere Entscheidung an der nicht zu rütteln sei. Mir wäre das persönlich - wenn wirklich so gemeint - zu fatalistisch.
Was macht das für einen Unterschied, Bernd? Und wie willst Du das ändern? Ob ich aufgrund einer höheren Macht oder aufgrund von „Zufall“ oder irgendetwas anderem im Rollstuhl sitze. Am Ergebnis lässt sich nicht rütteln - und wir können es nur akzeptieren. Wahrscheinlich fällt es sogar leichter, wenn wir sagen: „Das kommt von oben“ als wenn wir mit unserem Schicksal hadern.
Problematisch wird es vor allem dann, wenn wir sagen: „Wir haben unser Leben im Griff! Nicht Gott oder böse Mächte bestimmen, sondern wir!“ Analog bedeutet das: Psychologische Astrologie wird unsere gesamten Probleme lösen (sonst kann man ja gleich bei astrologischen Einsichten bleiben).
Dann sind wir nämlich persönlich für unser „Scheitern“ verantwortlich - und das ist das, was viele Menschen noch weniger verkraften. Solange alles im Leben super läuft, ist das cool und wir sind die Allergrößten. Wenn es aber nicht so gut läuft - was dann? Dann sind wir, nach dieser Logik, auch für unser Scheitern, unsere Behinderung, ... verantwortlich? Leute, die so ticken, werden in ein tiefes Loch fallen. Ich denke da z. B. an Jürgen Möllemann, den FDP-Politiker, der sich 2003 nach Aufhebung seiner Immunität das Leben nahm.
Und an dem Punkt kommt dann die Psychologie in Form der Psychologischen Astrologie und sagt: „Das ist aber alles gar nicht so schlimm, weil ich habe die Lösung! Wege zur Gelassenheit! Das Kind in Dir muss Heimat finden! Sorge Dich nicht - Lebe! Das ist ja vertrackt mit Deiner Ma - Sa - So-Konjuktion! Es ist kein Wunder, dass Du Tobsuchtsanfälle hast! Und Du musst nur an Dir arbeiten, dann geht das schon weg!
Das ist doch reichlich naiv. Ein tobsüchtiger Mensch wird das sein Leben bleiben. Er kann Strategien entwickeln, erst einmal durchzuatmen, bevor er explodiert. Die Tobsucht wird aber niemals ganz verschwinden. Wie geschrieben: es sind nur kleine Trostpflästerchen.
Und damit kommen wir doch zur grundsätzlichen Frage: Ist das Horoskop verhandelbar? Kann ich mein Geburtshoroskop mehr oder weniger beliebig verändern - durch Einsicht oder durch Psychologie?
Das Bewusstmachen von Schwierigkeiten, Problemen,etc. Ist ein ganz wichtiger Schritt. Aber das wars dann auch schon. Wenn ich mir Horoskope ansehe von Leuten aus der Familie und dem Freundeskreis, dann findet sich dort alles wieder - egal ob diejenigen 5 oder 50 Jahre alt sind. Wenn wir ab einem bestimmten Lebensalter uns nicht mehr in unserem Horoskop finden - dann würde Astrologie keinen Sinn mehr machen.
Wir müssen dazu gar nicht einmal so tief ins Horoskop einsteigen. Nehmen wir an, jemand hat keinerlei Planeten in Wasserzeichen. Dann ist es nun schwierig, Emotionen zu zeigen, vielleicht auch tiefe Gefühle zu empfinden. Das ist auch gar nicht so wichtig, vielleicht kann diese Person etwas anderes sehr gut. Aber er wird niemals zum teilnahmsvollen, mitleidigen Menschen, da mag er oder sie sich auf den Kopf stellen und 1000 Therapien machen - es wird nicht gelingen.
das Menschenleben ist endlich und sein Verstand ebenfalls. Wenn es verstandesmäßig nicht mehr hinlangt, muss die Fantasie aushelfen. Das Menschen sich darüber Gedanken machen, was nach dem Tod sei ist zu tiefst verständlich, weil er glaubt, besser hofft, dass hinter allem ein verbor- gener Sinn sei.
Für zahllose Menschenleben ist das Erdenleben ein einziges Jammertal. Ist es der Wunsch nach Flucht und Erlösung daraus, das Menschen nach einem Sinn suchen, weil der Mensch sein Sein verstehen will.
Alles was je gesagt oder geschrieben wurde über Moral, Ethik, Religion, Tod und Leben nach dem Tod sind gewünschte Vorstellungen, Rechtfertigungen und Erklärungsversuche. Das Allermeiste davon sind nur Wünsche, Vorstel- lungen und Erklärungsversuche für sich selbst, damit man sich vormachen kann, dass es einen Sinn gäbe. Das alles spielt sich auf der Ebene der jewei- ligen Verstandeskräfte jedes Einzelnen ab.
Sagt man, dass es einen Sinn gäbe, müsste es einen Sinngeber geben, der die Gedanken der Menschen kennt. Ein wenig zu Ende gedacht sucht der Mensch nach Beweisen die seine Vorstellungen dahin bestätigen. Diese Beweise gibt es nicht. Wie sollten sie denn auch aussehen?
Nein! Der Mensch hat zwei Möglichkeiten mit seinem Drama umzugehen. Verstand oder Glaube. Glauben heißt Vertrauen darauf, dass es etwas wie eine übergeordnete Wesenheit gibt, die das alleinige Verfügungsrecht über alles was es gibt, hat. Manche nennen es Gott, andere Schöpfer.
Du sollst Dir kein Bild machen, damit Du nicht Gefahr läufst das Bild anzu- beten. Im AT heißt es, nach seinem Namen gefragt: "Ich bin der als der ich mich erweise."
Ob der Menschengott ein persönliches Schicksal sich ausdenkt über jeden Mensch der gelebt hat, derzeit lebt oder noch ins Leben kommen wird, ist eine menschlich erzeugte Fantasie oder Glaube. Ob es denn ein Schicksal gibt im Sinne einer Fügung oder Urteils, kann der Verstand nicht beantworten. Wer glaubt braucht nicht zu wissen, wer weiß, braucht nicht zu glauben. Schwierig ist es zu einem Wissen zu gelangen. Doch wessen Glaube so stark ist, dessen wird er zur Gewissheit.
Bonnhöfer sagte einmal sinngemäß: "Den Gott den es gibt, gibt es nicht," weil Bonnhöfer über der Menschen Gotteslästerung nachdachte. Franz-Josef
Publikationen Chiron Verlag "Würden und Schwächen der Planeten" "Traditionelle Stundenastrologie in der Praxis" 51 Fragen aus 11 Lebensbereichen
sehr schön, dass du eigens einen Diskussionsfaden eröffnet hast. So bleibt die Gliederung der angesprochenen Thematiken klar. Entsprechend habe ich gerade im Nachbarforum "Astrologisch" agiert, damit die dort behandelten Zusammenhänge im Diskurs nicht auseinander laufen. Ich finde die von dir angesprochne Problematik im übrigen interessant und ich achte die Sorgfalt, mit der du argumentierst.
Lass mich vorweg zu unseren unterschiedlichen Prämissen allerdings folgendes sagen: Ich finde, dass dein Astrologie-Verständnis ein Stück weit axiomatisch ist, und du weißt, Axiome lassen sich nicht hinterfragen. Sie haben den Charakter von als gesetzt angenommenen Tatschen, deren Offensichtlichkeit keine kritische Grenze aufweisen soll. Anders ausgedrückt, vermittelt sich mir der Eindruck, dass du dem Wirken von Gestirnen und astrologischen Konstellationen eine Art von Naturgesetzlichkeit zusprichst.
An der Stelle unterscheiden wir uns bereits. Ich verstehe astrologische Zusammenhänge als ein Konzert von Synchronizitäen, die zusammen durchaus einen höheren Sinn ergeben, der von uns - so wie es unterschiedlichste Philosophien und religiöse Strömungen gibt - jeweils unterschiedlich wahrgenommen wird. Selbst Populär-Astrologie - wenn sie nicht gerade in der Zeitung mit den großen Buchstaben oder in der Regenbogenpresse stattfindet - ist berechtigt. Hätten vor Jahren mich nicht eine Freundin und auch meine spätere Partnerin mit emotional geschilderter Astrologie in Berührung gebracht, wäre ich womöglich nicht in der Intensität zur Astrologie gekommen oder erst sehr viel später. Das war mein Einstieg.
Die Psychologische Astrologie ist gegenwärtig nicht der einzige Ansatz, der mich interessiert, genauso beschäftigen mich vielmehr auch die Münchner Rhythmenlehre, die Huber-Schule und auch andere Richtungen. Wie ich im Glauben Synkretist bin, so verstehe ich mich m sozialen Kontexten, in der Politik und eben auch in der Astrologie als Freidenker. Ich lasse mich gerne zudem von den Auffassungen anregen, denen du folgst. In dem Sinne nämlich, dass es in einigen Situationen hilfreich sein kann. Dinge mehr kommen zu lassen und nicht immer so viel zu machen.
Es bleibt dir unbenommen, deiner Astrologie-Richtung für dich alleinige Deutungskompetenz einzuräumen. Ich hoffe und bin mir auch sicher, dass wir dessen ungeachtet weiter miteinander diskursfähig sein werden. Verständnisbrücken werden sich wechselseitig schon finden.
Nun zu einzelnen Überlegungen von dir:
Zitat von vergnuegt im Beitrag #1Dann sind wir nämlich persönlich für unser „Scheitern“ verantwortlich - und das ist das, was viele Menschen noch weniger verkraften. Solange alles im Leben super läuft, ist das cool und wir sind die Allergrößten. Wenn es aber nicht so gut läuft - was dann? Dann sind wir, nach dieser Logik, auch für unser Scheitern, unsere Behinderung, ... verantwortlich? Leute, die so ticken, werden in ein tiefes Loch fallen. Ich denke da z. B. an Jürgen Möllemann, den FDP-Politiker, der sich 2003 nach Aufhebung seiner Immunität das Leben nahm.
Ja, ich übernehme Verantwortung für das, was ich sowohl positiv als teils auch nicht wunschgemäß lebe. Das bedeutet: ich weiß, welche Fehler mir im Leben unterlaufen sind und ich refklektiere, wie ich es anders hätte machen können. Der Vorteil ist, dass ich daraus Schlüsse für Gegenwart und Zukunft zu ziehen in der Lage bin. Mein Horoskop ist zwar etwas holprig, um es mal so zu umschreiben. Dafür habe ich es aber doch recht weit bringen dürfen. Hierbei spielt natürlich Unterstüzzung "von oben" eine Rolle. Die Sterne sind für mich aber nicht gleichsam Gott. Sie lassen über Synchronizitäten meiner Meinung ein Stück weit göttlichen Willen verstehen. Zum Leitfaden gereicht mir der Satz: Die Botschaften der Sterne sind nicht zwingend, aber sie machen geneigt. Sie zeigen schicksalhafte Bandbreiten an, innerhalb deren wir Entscheidungen treffen und in unseren Handlungen navigieren können.
Kurz zu Jürgen Mölllemann: Es gibt eine ganze Reihe von indiizien dafür, dass er sich nicht das Leben nahm, sondern dass er verunfallt wurde.
Du formulierst unter anderem:
Zitat von vergnuegt im Beitrag #1Problematisch wird es vor allem dann, wenn wir sagen: „Wir haben unser Leben im Griff! Nicht Gott oder böse Mächte bestimmen, sondern wir!“ Analog bedeutet das: Psychologische Astrologie wird unsere gesamten Probleme lösen (sonst kann man ja gleich bei astrologischen Einsichten bleiben).
Dazu ist anzumerken, dass es Anmaßung wäre, sich mit Gott gleichzusetzen, hinsichtlich der Frage, sein Leben im Griff zu haben. Vielmehr geht es darum, Chancen und "schlechte Wegstrecken" rechtzeitig zu erkennen (gerne mit Hilfe der Sterne) und sein eigener Steuermann im Rahmen seiner Möglichkeiten zu sein.
Zitat von Bernd Nossack im Beitrag #3 Lass vorweg zu unseren unterschiedlichen Prämissen allerdings folgendes sagen: Ich finde, dass dein Astrologie-Verständnis ein Stück weit axiomatisch ist, und du weißt, Axiome lassen sich nicht hinterfragen. Sie haben den Charakter von als gesetzt angenommenen Tatschen, deren Offensichtlichkeit keine kritische Grenze aufweisen soll. Anders ausgedrückt, vermittelt sich mir der Eindruck, dass du dem Wirken von Gestirnen und astrologischen Konstellationen eine Art von Naturgesetzlichkeit zusprichst.
Ich denke, es müssen verschiedene Dinge zusammenkommen. Das eine ist das Geburtshoroskop. Das halte ich persönlich für relativ statisch. Natürlich lernen wir über die Zeit, verändern Einstellungen geringfügig, sind abhängig von "Chancen" oder "Umständen", wählen in jungen Jahren Lebenswege, ohne eigentlich zu verstehen, warum wir sie wählen (wer hat mit 16 schon Ahnung, wie das Berufsleben aussieht? - Es wird einfach ein Beruf ergriffen und erst später stellt sich heraus, ob man damit glücklich wird).
Es gibt sicher Menschen, die zur gleichen Zeit am gleichen Ort geboren sind, der eine mit einem goldenen Löffel im Mund, der andere nicht. Also ergeben sich auch verschiedene Lebenschancen - trotz des (nahezu) identischen Horoskops - aufgrund der unterschiedlichen Ressourcen. In einem Geburtshoroskop kann ich die Anlagen, mögliche Fähigkeiten oder Unfähigkeiten sehen - aber ich kann doch nicht den Lebensweg voraussagen, da ich gar nicht weiss, welche Beschwernisse (z. B. Unfälle) oder welches "Glück" (Erbschaft vom Onkel aus Amerika) sich einstellen.
Nicht dass die Ressourcen den Charakter grundlegend ändern würden - aber es eröffnet Möglichkeiten oder Grenzen.
Zitat von Bernd Nossack im Beitrag #3An der Stelle unterscheiden wir uns bereits. Ich verstehe astrologische Zusammenhänge als ein Konzert von Synchronizitäen, die zusammen durchaus einen höheren Sinn ergeben, der von uns - so wie es unterschiedlichste Philosophien und religiöse Strömungen gibt - jeweils unterschiedlich wahrgenommen wird. Selbst Populär-Astrologie - wenn sie nicht gerade in der Zeitung mit den großen Buchstaben oder in der Regenbogenpresse stattfindet - ist berechtigt. Hätten vor Jahren mich nicht eine Freundin und auch meine spätere Partnerin mit emotional geschilderter Astrologie in Berührung gebracht, wäre ich womöglich nicht in der Intensität zur Astrologie gekommen oder erst sehr viel später. Das war mein Einstieg.
Grundsätzlich kann jeder die Astrologie betreiben wie er möchte, keine Frage. Ich habe auch eine Ausbildung in psychologischer Astrologie absolviert - und abgeschlossen. :) Und seit fast 40 Jahren mich mit verschiedensten Schulen, Methoden, etc. beschäftigt (z. B. Huber, TPA, ...). Für mich sind bei den modernen Formen immer viele Fragen offengeblieben oder es war mir zu dogmatisch: entweder wurde ein Häusersystem vorgegeben oder es gab eine 1/6 Regel oder andere Dinge, die mir nicht eingeleuchtet haben. Traditionelle Astrologie ist nicht der Weisheit letzter Schluss und "alte" Astrologen haben auch viel Mist gebaut (selbst ein Herr Lilly). Damit kann ich aber irgendwo leben, weil das traditionelle "Lehrgebäude" so viele Möglichkeiten, Konzepte, Sichtweisen, ... bietet, die aber alle auf einem gemeinsamen Nenner beruhen. Das ist bei moderneren Formen nicht immer der Fall.
Zitat von Bernd Nossack im Beitrag #3Die Psychologische Astrologie ist gegenwärtig nicht der einzige Ansatz, der mich interessiert, genauso beschäftigen mich vielmehr auch die Münchner Rhythmenlehre, die Huber-Schule und auch andere Richtungen. Wie ich im Glauben Synkretist bin, so verstehe ich mich m sozialen Kontexten, in der Politik und eben auch in der Astrologie als Freidenker. Ich lasse mich gerne zudem von den Auffassungen anregen, denen du folgst. In dem Sinne nämlich, dass es in einigen Situationen hilfreich sein kann. Dinge mehr kommen zu lassen und nicht immer so viel zu machen.
Das ist genau der Punkt, an dem ich in den vielfältigen modernen Schulen der Astrologie irgendwann gescheitert bin. Jede Astrologieschule macht es ein wenig anders, hat andere Schwerpunkte, andere Voraussetzungen, andere Vorgehensweisen, ... und keine kann erklären (oder empirisch beweisen) warum ihr Weg der "richtige" ist - auch nicht die traditionelle. Hier könnte man sich noch auf ein paar Jahrtausende "Erfahrung" berufen. Aber es gibt ja schon deutliche Unterschiede zwischen hellenistischer und mittelalterlicher sowie Renaissanceastrologie. Wahrscheinlich gelingt Dir die Synthese besser als mir.
Zitat von Bernd Nossack im Beitrag #3Mein Horoskop ist zwar etwas holprig, um es mal so zu umschreiben.
Ich glaube nicht, dass es holprige Horoskope gibt. Ist in diesem Sinne nicht jedes Horoskop holprig?
Zitat von Bernd Nossack im Beitrag #3Die Sterne sind für mich aber nicht gleichsam Gott. Sie lassen über Synchronizitäten meiner Meinung ein Stück weit göttlichen Willen verstehen.
Dem stimme ich zu: ein Horoskop zeigt die Möglichkeiten, die einem Horoskopeigner zur Verfügung stehen. Wenn wir bei Gott bleiben, so ist das etwas viel Größeres.
Zitat von Bernd Nossack im Beitrag #3Kurz zu Jürgen Mölllemann: Es gibt eine ganze Reihe von indiizien dafür, dass er sich nicht das Leben nahm, sondern dass er verunfallt wurde.
Kann ich nicht beurteilen - genauso wenig wie bei Uwe Barschel.
Zitat von Bernd Nossack im Beitrag #3Dazu ist anzumerken, dass es Anmaßung wäre, sich mit Gott gleichzusetzen, hinsichtlich der Frage, sein Leben im Griff zu haben. Vielmehr geht es darum, Chancen und "schlechte Wegstrecken" rechtzeitig zu erkennen (gerne mit Hilfe der Sterne) und sein eigener Steuermann im Rahmen seiner Möglichkeiten zu sein.
Vielen Menschen ist das ja ganz wichtig, etwas darzustellen, jemand zu sein, alles im Griff zu haben (Famlie, Haushalt, Kindererziehung, Beruf, ....).
Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Advaita, einer sehr alten indischen Philosophie, die u. a. behauptet, das Elend der Menschen komme daher, dass sie dualistisch in "richtig" und "falsch", "gut" und "schlecht", usw. einteilen und somit alles (sich selbst, andere, Situationen, ...) bewerten. Ich versuche, da herauszukommen. Ich habe weder Wünsche noch Ziele im Leben und schon gar keine Bucket-List, die ich abarbeiten müsste. Ich sehe, was jeder Tag bringt, ohne irgendetwas anders haben zu wollen (außer vielleicht Schmerzen).
der Dialog mit dir gefällt mir - recht inspirierend. Mein Eindruck ist, dass du nicht alles pauschal verwirfst, was du in den verschiedenen Astrologie-Richtungen, die du kennengelernt hast, an Methodik und Weltsicht erfahren konntest. Verstehen kann ich, dass dir manches bei modernen Systemen nicht einleuchtet. Bislang ging es mir zum Beispiel bei der Münchner Rhythmenlehre (MRL) auch so. Durch den Austausch bei "Astrologisch.eu", einem stark MRL-orientierten Forum erhellt sich mir aber ständig mehr davon. Schließlich gibt es ein wesentiches Kriterium, das ich bei der Bewerung einner Richtung zugrunde lege. Es ist die Möglichkeit, zutreffende Ergebnisse in der astrologischen Prognostik zu erhalten. Die Stundenastrologie hat dabei für mich derzeit die Nase vorn.
zu der Zeit, als ich mich mit modernen Methoden beschäftigt habe, war überwiegend Prä-Internet-Zeit, also die Zeit der Bücher, des Selbststudiums, der sündhaft teuren Software. Über die MRL habe ich mal ein paar Bände Seminarabschriften quergelesen. In den 1980er/1990er Jahren war das recht modern. Nachteil ist, dass die Systematik ständig durch ein Frage-Antwort-Spiel unterbrochen wird (nicht nur bei Döbereiner, auch Greene, Sasportas und andere haben das so gemacht). Für mich persönlich war es interessant, aber jetzt nicht so ein Lerngewinn. Die Huber-Schule (API) damals nahezu unbezahlbar (heute wahrscheinlich immer noch?) und doch eine starke Fixierung auf ganz bestimmte Methoden und Werkzeuge. Wirklich interessante Ideen und Ansätze, z. B. mit dem Mondknotenhoroskop. WEniger berauschend: die Festlegung auf das KOCH-Häusersystem (u. a.).
Meine Kernfragen, z. B. die nach stark/schwach gestellten Planeten, gut und schlecht gestellten Planeten, wurden nur sehr am Rande (heute würde man sagen: woke) behandelt. Für viele ist es undenkbar, solche Fragen zu stellen bzw. alles ist immer toll und wenn überhaupt nur ein "Lernaspekt" *würg*. Mit der Würdentabelle und anderen Berechnungsverfahren (z. B. Almuten) kann ich gut arbeiten. Aber das ist vielen zu fatalistisch. Warum, verstehe ich nicht, denn jeder Mensch hat gute und weniger gute Seiten, Schwächen, Dinge, die man nicht so gut kann, usw. Warum sollte ich so etwas nicht zulassen oder es nicht benennen? Nur dann lerne ich doch aus meinem Horoskop. Wenn mir jeder sagt: "Du bist der Allergrößte, nur noch dieser kleine Lernaspekt, dann bist Du erleuchtet!" - klingt gut, stimmt aber bestimmt nicht. :)
Zitat von vergnuegt im Beitrag #6Meine Kernfragen, z. B. die nach stark/schwach gestellten Planeten, gut und schlecht gestellten Planeten, wurden nur sehr am Rande (heute würde man sagen: woke) behandelt. Für viele ist es undenkbar, solche Fragen zu stellen bzw. alles ist immer toll und wenn überhaupt nur ein "Lernaspekt" *würg*. Mit der Würdentabelle und anderen Berechnungsverfahren (z. B. Almuten) kann ich gut arbeiten. Aber das ist vielen zu fatalistisch. Warum, verstehe ich nicht ...
Es liegt an der Verweigerung vieler Leute, zu werten. Eine naturgegebene Sache, auch Tiere werten, ständig. Aber zu werten ist tatsächlich ziemlich unwoke. Die Leute wollen nicht hören, was ihre schlechten Seiten sind, sie wollen keine Kritik, keine Infragestellung, was sie wollen sind linksradikale Träumereien, sie wollen hören, das alles gut ist, weil alles toleriert wird. Aber so funktioniert der Kosmos nicht. Der Lernaspekt ist überall, vor allem in der Möglichkeit zur Weiterentwicklung, außer natürlich bei Links.
das Menschenleben ist endlich und sein Verstand ebenfalls.
Ob der Menschengott ein persönliches Schicksal sich ausdenkt über jeden Mensch der gelebt hat, derzeit lebt oder noch ins Leben kommen wird, ist eine menschlich erzeugte Fantasie oder Glaube.
Hallo Franz-Josef,
warum misstraust du deinen eigenen Erkenntnissen ?
Du triffst mit deinem, von mir zitierten Gedanken, den Nagel auf den Kopf. Ist halt eine deutsche Redewendung,
den Nagel auf dem Kopf treffen....
Es ist die Wahrheit, was du dir wohl noch nicht erlaubst als absolute Wahrheit anzuerkennen.