ja, es geht um die sogenannte 5 oder 6° Regel. Am Beispiel von Karl Brandler-Pracht, Wien, 11.02.1864, 5h21m MEZ Daten bereitgestellt von
Viel wurde über die Situationen von Planeten geschrieben die am Ende eines Hauses stehen, und wie sie gedeutet werden sollen. Hier sehen wir einen MAR der sich ursprünglich lange Zeit im 12. Haus aufgehalten hat. Diese Verweildauer in 12 hat mit Sicherheit den MAR geprägt und ist immer noch Teil von seinem Verhalten. Nun schickt MAR sich an in das 1. Haus zu wechseln. Das bedeutet, dass MAR einen Energieschub durch das Eckhaus erhält. Die Tatkraft des MAR erfährt einen Wandel von unbe-stimmt zu direkt. Die Essenz des MAR seine Erhöhung betreffend bleibt erhalten und nimmt an Qualität und Würde zu. Bei diesem Beispiel sollte MAR wegen seines sehr geringen Abstandes zum AS eindeutig zum 1. Haus zugehörig gedeutet werden.
Was aber würde MAR bei 6 oder 7° STB stehen? Jetzt sind wir genau bei dem Thema, um das es hier geht. Die Frage ist, wie viel haftet MAR vom 12. Haus noch an und was kann seine herannahende Nähe zum AS im Vorhinein bedeuten?
Dass MAR schon eine ganze Weile in 12 steht sollte unbedingt berücksichtig werden. Ich denke bei Herannahen zu einer Eckhausspitze müsste die Orientierung die das 12. Haus vor-gab allmählich schwinden, aber nicht ganz. Doch so, dass im letzten Grad des 12. Hauses dessen Einfluss gänzlich schwindet.
Ich möchte eine derartige Situation mit einer Person die längere Zeit in einer 12. Haus-Wohnung lebte vergleichen. Die Orientierung innerhalb der Wohnung hinterlässt eine charakteristische Prägung. Je nach Größe des Zeichens innerhalb des Hauses ward die Prägung der Person bestimmt. Nach Umzug in die neue Wohnung des AS muss sich die Person den neuen Eigenheiten anpassen. Eine völlige Neu- orientierung wird zwangsläufig. Solange sich der Aufenthalt im derzeitigen Zeichen nicht alsbald ändert bleibt die Essenz erhalten.
Ich persönlich halte 6° Abstand zum neuen Haus für zu voreilig die Orientierung des Planeten betref- fend Lebensbereich festzulegen. 2° bis 3° sind früh genug eine anbahnende Veränderung in Betracht zu ziehen. Ich bin mir bewusst, dass dieses Thema von der jeweiligen Denkweise des Astrologen vari- ieren kann.
Franz-Josef
Publikationen Chiron Verlag "Würden und Schwächen der Planeten" "Traditionelle Stundenastrologie in der Praxis" 51 Fragen aus 11 Lebensbereichen
ich kann gut nachvollziehen, was du schreibst. Und nach meiner persönlichen Erfahrung kann ich bestätigen, dass 5-6 Grad zu viel sind, um einen Planeten schon ins nächste Haus zu deuten. Als Beispiel dient mir das Radix meines Ex-Freundes, dessen Mond im 2. Haus steht, 3 1/2 Grade von der Spitze des 3. Hauses entfernt. Da ich selbst meinen Mond im 3. Haus stehen habe, weiß ich, wie sich so ein Mond äußert. Ich rede und schreibe gerne viel. Aber mein Ex redet und schreibt überhaupt nicht gerne. Er war auch nicht gerne in der Schule und das Lernen ist auch kein bevorzugtes Thema für ihn. Ihm sind Geld, Werte, Selbstwert über die Maßen wichtig, also die Themen des 2. Hauses.
also ich bin überhaupt kein Anhänger der Regel - weder davon, das letzte Sechstel noch irgend einen anderen Teiler zu nehmen. Natürlich bildet ein Planet in 12, der am AC steht einen Aspekt mit dem AC, den kann man ja auch berücksichtigen. Folgendes spricht aber m. E. dagegen:
- Wir verwenden viel Sorgfalt auf das Herausfinden der exakten Geburtszeit und die Erstellung des Horoskops. Wenn wir dann aber Planeten beliebig hin- und herschieben (mal 2 Grad, mal 4 Grad, ...) dann stellen wir die Geburtszeit in Frage
- Wenn wir so verfahren, dann können wir gleich das Horoskop so drehen, dass alle Planeten, die an Häusergrenzen stehen, automatisch im nächsten Haus sind. Das ist eine gewisse Beliebigkeit
Mein Vorgehen ist, den Planeten immer in dem Haus zu deuten, wo er steht - egal, wie weit die Grenze vom nächsten Haus entferrnt ist. Die Nähe zu AC oder MC sehe ich dann als Konjunktion an, so dass es durchaus eine hohe Bedeutung für das erste Haus (Leben, Körper, ...) hat - jedoch immer aus dem Blickwinkel von H12.
Es gibt einen Artikel von Peter Schlapp zu diesem Thema (Meridian 4/2019).
vielen Dank für Eure Beiträge. Zeigen sie immerhin, dass das Thema Planeten an Hausgrenzen nicht abgeschlossen ist oder zumindest sein sollte.
Zitat von vergnuegt im Beitrag #3 Mein Vorgehen ist, den Planeten immer in dem Haus zu deuten, wo er steht - egal, wie weit die Grenze vom nächsten Haus entferrnt ist. Die Nähe zu AC oder MC sehe ich dann als Konjunktion an, so dass es durchaus eine hohe Bedeutung für das erste Haus (Leben, Körper, ...) hat - jedoch immer aus dem Blickwinkel von H12.
Dem möchte ich zustimmen. Dann kann auch darüber nachgedacht werden, ob es einen Unterschied geben soll zwischen Eckhäuser und Zwischenhäuser.
Es ist auch darüber nachzudenken, ob wir ein Radix- oder Stundenhoroskop deuten.
Vielleicht ist die Findung dieser Regel ein Relikt aus der Zeit, zu der eine genaue Zeitmessung wie es sie heute gibt noch nicht möglich war. Dennoch erscheint es mir in gewisser Weise lächerlich, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wenn die Deutungskompetenz mit der Akkuratess der Zeitmessung nicht Schritt halten kann. Franz-Josef
Publikationen Chiron Verlag "Würden und Schwächen der Planeten" "Traditionelle Stundenastrologie in der Praxis" 51 Fragen aus 11 Lebensbereichen
in Kisten auf dem Dachboden habe ich ein Buch, in dem ein Autor eine interessante These vertritt. Danach sei das zwölfte Haus u. a. so etwas wie ein Gebärbereich, in dem das Neue des ersten Hauses sich vorbereitet. Bei einem Ereignishoroskop steht der AC nach mancher Auffassung denn auch für Neues, was in Erscheinung tritt.
Nun ist der psycho-energetische Gebärvorgang von Haus zwölf in den meisten Fällen unbewusst und zögert sich allzu oft hinaus, wird dadurch zum Prinzip der Verdrängung.
Es gibt zwei Bewegungen der SON, den Tageslauf, der dem Uhrzeigersinn entspricht und durch die Tag- häuser 12-7 verläuft und dem Jahreslauf, gegen den Uhrzeigersinn, durch die Nachthäuser 1-6.
Das Tagesgeschehen des AS wandert durch Nachthäuser 1-6. Der AS mit seinem 1. Haus kennzeichnet Neu- beginn und Initiative. Die SON am AS gerät durch das Fortschreiten des AS zwangsläufig in das 12. Haus. Das 12. Haus bringt das Thema des AS erstmals ans Tageslicht; dort beginnt der AS Wirklichkeit zu werden und begibt sich im Verlauf der Stunden zur Himmelshöhe, dem Medium coeli, Sitz des X. Hauses, wo der AS dann öffentlich wird.
Daher verwundert es nicht, dass SON und Planeten im 12. Haus Inhalte vertreten die verwirklicht werden, eben weil sie ans Licht des Tages gelangen. Namhafte Astrologen habe dies auch erkannt und in ihren Schriften thematisiert.
Betritt eine Idee, die verwirklicht werden soll, erstmals das 12. Haus ist dies als Geburt zu betrachten. Unerprobt wie sie ist, ganz ohne Erfahrung, ist sie Irrtü-mer, Fehleinschätzungen, Selbsttäuschung und auch Selbstüberschätzung ausgeliefert. Fehler und die daraus resultierenden Folgen zeitigen sich im 12. Haus. Daher mag dem 12. Haus sein übler Leumund entstanden sein, sind es Geburtshoroskope oder Stunden- horoskope.
Nachtrag Interessant wären die Häuserherrschaften von Planeten die im 12. stehen einmal zu untersuchen, ob die Häuserbedeutungen derer im Leben später einmal eine Rolle spielen oder gespielt haben.
Franz-Josef
Publikationen Chiron Verlag "Würden und Schwächen der Planeten" "Traditionelle Stundenastrologie in der Praxis" 51 Fragen aus 11 Lebensbereichen
sehr interessant, wie du es beschreibst - deswegen nämlich, weil es meiner Wahrnehmung nach eine Korrespondenz mit einer wesentlichen Auffassung in der Münchner Rhythmenlehre (MRL) bildet. Ihr Begründer, Wolfgang Döbereiner hat zwei kreisläufige Zirkel postuliert, einmal den Fügungs-Rhythmus vom AC über 12, 11, 10 usw. bis zu 1 zurück und den Phänomen-Rhythmus von 1 gegen die Uhrzeiger-Richtung über 2, 3, 4 usw. nach 12. Wie ich es bislang verstanden habe, entstehen im Fügungsrhythmus gleichsam die Prägungen (was sich wie fügt) und im Phänomen-Rhythmus geschieht die Ausgestaltung, die Konkretisierung in den Phänomenen ( beispielsweise von Ereignissen).
Praktisch lässt sich dies etwa bei der Betrachtung eines Solar-Jahres betrachten, bei dem sich jedes Haus einem Monat ab dem Geburtstag eines Nativen vom AC aus in beide Richtungen einschließlich Monats-Prognostik untersuchen lässt.
Zum häufig als ungünstig eingeschätzen Beiklang des 12. Hauses lässt sich aus Sicht der sogenannten Psychologischen Astrologie sagen, dass es oftmals der Selbstermächtigung derr Planeten-Faktoren in 12 durch eine gereifte, erwachsene Persönlichkeit bedrürfe, um sie in ihrer befreiten, erlösten Form erleben zu können.
Das Prinzip der "Selbstermächtigung" werde möglich, weil Haus 12 ideell einen jupiterhaften Charakter habe, so die Psychologische Astrologie.
Vielleicht erinnerst du dich: Wir hatten die Haus-12-Thematik dazu vor geraumer Zeit ausgehend von der Tatsache erörtert, dass es Native gibt, die mit einer starken Haus-12-Besetzung sehr errfolgreich sein können.
Zitat von Franz-Josef Schweizer im Beitrag #4Vielleicht ist die Findung dieser Regel ein Relikt aus der Zeit, zu der eine genaue Zeitmessung wie es sie heute gibt noch nicht möglich war.
Oder es war ein Deutungsspielraum für den Astrologen, der das Geburtshoroskop des Thronfolgers erstellen musste. So hatte er die Wahl von zwei Häusern, wenn ein Planet an der Grenze stand?
Zitat von Franz-Josef Schweizer im Beitrag #6Interessant wären die Häuserherrschaften von Planeten die im 12. stehen einmal zu untersuchen, ob die Häuserbedeutungen derer im Leben später einmal eine Rolle spielen oder gespielt haben.
Ich habe 5 persönliche Planeten in 12: So, Me, Ve, Ma und Sa. Sa ist der Häuserherrscher. Da bleibt für den Rest des Horoskops nicht allzu viel übrig. Der Rest steht in H2 und H3 und die Häuserherrscher der beiden sind in Haus - na- ? 12. :)
Die "böse" Bedeutung von H12 kann man vielleicht so verstehen, dass die Energien "anders" laufen als in anderen Häusern: es geht ein wenig langsamer, es geht nicht den direkten Weg, es gibt Einschränkungen, Hindernisse, Umwege, ...
Das 12. Haus war früher eine Katastrophe: Der Erhalt einer Famlie hing davon ab, dass alle tüchtig arbeiteten. Nur so konnten alle überleben. Es gibt hier auch sehr negative Redewendungen aus dem Mittelalter, die ich hier gar nicht zitieren möchte. Behinderung, Langsamkeit oder gar der Fokus auf andere Dinge haben die Existenz aller gefährdet.
Heute ist das ein wenig anders. Solange man mit H12 erkennt, dass eigentlich nichts zu tun ist, ausser seinen Lebensunterhalt zu verdienen, zeigen sich die positiven Seiten. Wenn man versucht, Erfolg haben zu wollen oder anderen hinterherläuft, versucht, jemand zu sein, ... begibt man sich ins Unglück - es ist nicht die Natur von Haus 12, sondern - alles geschehen zu lassen, ohne gross einzugreifen, es anders haben zu wollen, usw.. Sonst ist es wirklich eine selbstgeschaffene Hölle.
Ich kenne einige mit der Sonne und weitere Planeten im 12 Haus, vieles spielt sich bei diesen Menschen im Hintergrund ab, nach außen ist oft nicht viel ersichtlich, ähnlich wie beim 8 Haus, nur das dass 8Haus eher mit Zwanghaften Charakter einhergeht.
Zitat von Lara im Beitrag #9vieles spielt sich bei diesen Menschen im Hintergrund ab, nach außen ist oft nicht viel ersichtlich,
Vielleicht liegt es daran, dass wenig darüber kommuniziert wird?
Helmut Kohl hatte ja So, Ma und Me als persönliche Planeten in 12. Ihm wird ja immer unterstellt, ein "Macher" und ein Anti-Beispiel des 12. Hauses zu sein. Wenn wir uns aber einmal den steinigen Weg zur Kanzlerschaft ansehen - 1976: Kanzlerkandidat, die CDU wird stärkste Fraktion, aber das nutzt ihm nichts, da die FDP eine Koalition mit der SPD eingeht. 1980 muss er Franz-Josef Strauss die Kandidatur überlassen, 1982 endlich der Griff nach der Kanzlerschaft, 1983 Wahl. Danach gingen Spott und Häme los: Es gab das "Birne-Buch" und andere Verspottungen seiner Person, seines Aussehens, etc. Er hat es alles ausgesessen. Da hatten es andere Politiker deutlich leichter. Dann: Der Einheitskanzler. Kohl hat nichts dafür gemacht, das waren die Bürger der ehemaligen DDR, die maßgeblich verantwortlich waren, dass die Mauer fiel. Vielleicht hat das 12. Haus ihm geholfen, manchmal instinktiv die "richtigen" Themen zu finden, z. B. Europa? Zum Schluss dann der tiefe Fall mit der Spendenaffäre. Damit hat er sein "Lebenswerk" mehr oder weniger wieder zerstört. Und das sehe ich schon als etwas Typisches für H12 an: wer sich zu sehr auf seinen Meriten, seiner Macht, ... ausruht - dem zerrinnt es unter den Händen. Wer nichts besitzt, dem kann nichts zerrinnen. :)
ich habe gerade bei der von dir, vergnügt, dankenswerterweise verlinkten Renaissance-Astrologie rein gelesen. Ich finde prinzipiell jede ernst zunehmende Astrologie-Richtung soweit interessant, sie mindestens zur Kenntnis zu neenhmen und sich einige Gedanken darüber zu machen.
Prinzipiell tue ich mich allerdings schwer, einen Begriff wie "Verfälslchung" zu akzeptieren. Als legitim würde ich ihn nur betrachten, wenn etwas als Renaisance- oder Klassische Astrologie aufträte, was es nicht ist. Wenn demgegenüber das Konzept der Psychologischen Anstrologie die Möglichkeit behauptet, es gäbe als problematisch diskutierte Konstellationen, die nur in ihrer unerlösten Form problematisch sind, so finde ich es für mich schlüssig und sinnvoll.
Ich denke, jeder kann sich für Komponenten aus astrologischen Richtungen entscheiden, die einem einleuchten und die in der Beobachtung von schicksalhaften Vorgängen Bestätigung finden. Mich überzeugt jedenfalls der Grundgedanke in der Psycholoogischen Astrologie, dass sich Problematiken wie Stromschnellen in einem Gewässer berücksichtigen lassen. Man kann mit seiner Art zu denken und zu handeln in vielen fällen mindestens manches abmildern. Dazu lassen sich dann auch astroloogisch begründete Einsichten hinzuziehen.
Möglicherweise habe ich auf der von dir verlinkten Seite, vergnügt, einen Beitrag insofern falsch verstanden, Schicksal sei als solches quasi hinzunehmen. Wenn es das Schicksal wolle, dass jemand durch einen Unfall in den Rollstuhl kommt, sei dies gleichsam eine höhere Entscheidung an der nicht zu rütteln sei. Mir wäre das persönlich - wenn wirklich so gemeint - zu fatalistisch.
Ich habe sogar an Geburtstagen schon meinen Aufenthaltsort mittels Kurzurlaube verändert, um das Solarjahr nach Möglichkeit modifiziert verlaufen zu lassen. Natürlich ist das dann geistig zu unterfüttern. Vielleicht ist es ratsam dann auch in einem Punkt in dem betreffenden Jahr umzudenken usw.
Mich hat auch die Aussage in "Astrologie und Psychologie" von Hermann Meyer in Bezug auf die Haus-!2-Thematik angesprochen, es komme in manchen Fällen darauf an, Haus-12-Planeten in ihre erlöste Form durch eigene innere Reifung zu bringen. Unabhäng davon kenne ich eine außerordentlich erfolgreiche Geschäftsfrau mit den wichtigsten Planeten in 12, die seit vielen Jahren ihre Arbeit mit starkem Zuspruch ihrer Kundschaft betreibt. Möglicherweise trifft auf sie in etwa das zu, was du bezüglich Helmut Kohl formuliert hast.
Zitat von vergnuegt im Beitrag #10Vielleicht hat das 12. Haus ihm geholfen, manchmal instinktiv die "richtigen" Themen zu finden
Das eigentlich jupiterhafte des 12. Hauses ist in solchen Fällen der nativenn Person gleichsam gnädig. Damit wäre man - um es mal so zu nennen- abwartend aktiv. So wie ein defensiv agierender Kampfsportler den genau passenden Moment abwartet, um einen Hebel anzusetzen oder etwas anderes zu tun, was der eigenen Disziplin entspricht. Manchmal wird die Aktion eines Gegenübers sogar ins Leere laufen gelassen.
Dein Gedanke, im richtigen Moment die richtigen Themen zu besetzen, finde ich recht nachdenkenswert. Immerhin habe ich einen Mitherrscher von 10 in 12.
Vielleicht liegt es daran, dass wenig darüber kommuniziert wird?
Helmut Kohl hatte ja So, Ma und Me als persönliche Planeten in 12. Ihm wird ja immer unterstellt, ein "Macher" und ein Anti-Beispiel des 12. Hauses zu sein. Wenn wir uns aber einmal den steinigen Weg zur Kanzlerschaft ansehen - 1976: Kanzlerkandidat, die CDU wird stärkste Fraktion, aber das nutzt ihm nichts, da die FDP eine Koalition mit der SPD eingeht. 1980 muss er Franz-Josef Strauss die Kandidatur überlassen, 1982 endlich der Griff nach der Kanzlerschaft, 1983 Wahl. Danach gingen Spott und Häme los: Es gab das "Birne-Buch" und andere Verspottungen seiner Person, seines Aussehens, etc. Er hat es alles ausgesessen. Da hatten es andere Politiker deutlich leichter. Dann: Der Einheitskanzler. Kohl hat nichts dafür gemacht, das waren die Bürger der ehemaligen DDR, die maßgeblich verantwortlich waren, dass die Mauer fiel. Vielleicht hat das 12. Haus ihm geholfen, manchmal instinktiv die "richtigen" Themen zu finden, z. B. Europa? Zum Schluss dann der tiefe Fall mit der Spendenaffäre. Damit hat er sein "Lebenswerk" mehr oder weniger wieder zerstört. Und das sehe ich schon als etwas Typisches für H12 an: wer sich zu sehr auf seinen Meriten, seiner Macht, ... ausruht - dem zerrinnt es unter den Händen. Wer nichts besitzt, dem kann nichts zerrinnen. :)
vergnuegt
Hallo Vergnuegt,
Ja kann sein das diese Menschen nicht gerne kommunizieren oder zumindest über vieles nicht gerne sprechen, oder aber auch nicht die Möglichkeit dazu haben, weil sie von anderen oft nicht verstanden werden.
Ja sehr interessant, ich hätte bei ihm jetzt auch nicht die Sonne im 12 Haus vermutet. Leider kann man sich die Häuser nicht selbst aussuchen aber natürlich kommt es ja auch darauf an was für Aspekte die Planeten in den Häusern bilden!
Das eigentlich jupiterhafte des 12. Hauses ist in solchen Fällen der nativenn Person gleichsam gnädig. Damit wäre man - um es mal so zu nennen- abwartend aktiv. So wie ein defensiv agierender Kampfsportler den genau passenden Moment abwartet, um einen Hebel anzusetzen oder etwas anderes zu tun, was der eigenen Disziplin entspricht. Manchmal wird die Aktion eines Gegenübers sogar ins Leere laufen gelassen.
Dein Gedanke, im richtigen Moment die richtigen Themen zu besetzen, finde ich recht nachdenkenswert. Immerhin habe ich einen Mitherrscher von 10 in 12.
Liebe Grüße, Bernd
Hallo Bernd, Das abwarten, bzw auf den richtigen Moment warten habe ich auch des öfteren bei Menschen mit einer 12 Haus Betonung beobachtet.
Da arbeiten sich viele Leute 'dran ab; aber eigentlich ist es ganz einfach:
Steht ein Planet an einer Häuserspitze, egal ob davor oder dahinter, geht er eine Konjunktion mit ebendieser Häuserspitze ein; dasgleiche gilt für Zeichen. Wenn man das so betrachtet, ist ein Planet vor einer Häuserspitze grundsätzlich in dasjenige Haus zu deuten, vor dem der Planet steht. Die Frage ist nur, wann tritt die Konjunktion in Kraft, 1° vor der Häuserspitze, oder 3°, oder sogar noch weiter vor der Häuserspitze. Zusätzlich spielt die Größe eines Hauses eine Rolle; üblicherweise sind das ja nicht genau 30°.
Es hat auch etwas mit der Wirkungsintensität zu tun; Am Anfang eines Hauses stehende Planeten wirken viel stärker - sie haben viel mehr Kraft - als solche, die irgendwo in der Mitte des Hauses oder Zeichens stehen, oder noch weiter zum Ende hin.
Desweiteren gibt es die Praxis des Anaretischen Grades, also der letzten 1 bis 2 Grade vor einem Zeichen Haus. In diesen Graden stehende Planeten wirken wie im nachfolgenden Zeichen.
Vielleicht hilft das Studium meiner Grafik:
Wie lange sich ein Planet schon im Haus aufgehalten hat, ist aus der bloßen Grafik nicht ersichtlich, manchmal braucht der ASC zum Beispiel 3 Stunden, um 30° zu wandern; im Durchschnitt wären es ja nur 2 Stunden. Auch die Laufgeschwindigkeit der Planeten durch die Zeichen ist aus einer bloßen Grafik nicht ersichtlich; ich verweise auf die extremen Geschwindigkeitsunterschiede beispielsweise bei Chiron oder auch Pluto im Lauf durch die 12 Zeichen.
es gibt astrologisch zu dieser Frage recht unterschiedliche Auffasungen. Verbreitet ist die Einschätzung, in der Mitte eines Zeichens komme es zu seiner stärksten Kraft. Das scheint mir insofern plausibel, als am Anfang - wie es heißt - das vorhergehende noch mit wirkt und am Ende mache sich bereits das folgende Zeichen bemerkbar. Entsprechend werden teils auch Dekanatsherrscher zugeordnet.
Was Häusergrenzen betrifft, wird vielfach eine 5-Grad-Regel zugrunde gelegt. Bei all diesen Regelwerken scheint es mir sinnvoll, eigene Erfahrung und die empirische Beobacchtung durch andere einzubeziehen. Plausibel ist meines Erachtens im übrigen, die Färbung eines Hausess durch den Zeichen-Ort zu berücksichtigen. Im Löwen wird das 5. Haus am Übergang zu ihm vermulich eher Wirkkraft haben als etwa in den Fischen.
Gewisse Überlappungsmuster oder -möglichkeiten werden, wie ich interpretiere, durch die von dir präsentierte Grafik dargestellt.
Nachtrag Interessant wären die Häuserherrschaften von Planeten die im 12. stehen einmal zu untersuchen, ob die Häuserbedeutungen derer im Leben später einmal eine Rolle spielen oder gespielt haben.
Franz-Josef
Ich habe So+Ur in Haus 12 stehen (aus Haus 3+9)
aaber, um Dein Argument Franz Josef, aufzugreifen
mein Haus 12 wir von Stier und Zwillinge beherrscht dessen Planeten Venus und Merkur als Konj. auf dem AC stehen und beide rückl. sind
Was sollte mir das sagen? bis heute von mir nicht begreifbar.
In einem Geburtshoroskop sehe ich in der Laufrichtung von Planeten erstmal keine große Relevanz; es ist ja ein Abbild eines Momentes, und die äußeren Planeten sind jedes Jahr meist monatelang rückläufig. Wenn Du 'was auf dem ASC zu stehen hast, deute ich es nach 1; es ist eine Konjunktion mit dem ASC, dem Beginn des 1.Hauses.
Was sich in 12 abspielt, kann sich auch schon in frühen Jahren des Lebens offen zeigen; manchmal verändert es sich im Verlauf des Lebens. Wenn Du allerdings Luft - also Uranus - in 12 hast, wird vieles nicht offen zutage treten; was sich in 12 in dem Bezug abspielt, wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit über lange Zeit des Lebens vernebelt bleiben und nicht klar zutage treten.
Zitat von Bernd Nossack im Beitrag #15Verbreitet ist die Einschätzung, in der Mitte eines Zeichens komme es zu seiner stärksten Kraft.
Ich weiß nicht; vielleicht mit der Kondition, daß in der Mitte eines Hauses oder Zeichens die entsprechenden Wirkungen am isoliertesten zu vernehmen sind. Aber da fehlt dann schon die volle Kraft der Erfahrungen der vorherigen Bereiche.
Zitat von Bernd Nossack im Beitrag #15Das scheint mir insofern plausibel, als am Anfang - wie es heißt - das vorhergehende noch mit wirkt und am Ende mache sich bereits das folgende Zeichen bemerkbar.
Diesen Teil-Mechanismus sehe ich als im gesamten Verlauf durch Zeichen / Haus wirksam. Es spielt ja immer eine Rolle, woher man kommt, was der Auslöser einer Entwicklung ist.